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Schadenersatz nach kosmetischer Brustoperation?

In diesem Fall hatte sich eine Patientin u.a. dazu entschlossen, eine Korrektur der beiden Brüste vornehmen zu lassen. Nach der Operation war die Patientin jedoch mit dem ästhetischen Ergebnis unzufrieden und begehrte die gezahlten Kosten i.H.v. 12.000,00 € zzgl. eines Schmerzensgeldes i.H.v. 10.000,00 € von dem Arzt zurück. Diesem Begehren der Patientin ist das Landgericht nicht gefolgt.

In den beiden hier maßgeblichen Problemfeldern, nämlich einerseits bei der Einhaltung der ärztlichen Sorgfalt und andererseits bei der Ordnungsgemäßheit der vor dem Eingriff stattgefundenen Aufklärung sah es das Gericht als gegeben an, daß der Arzt die ihn treffenden Pflichten erfüllt hatte.

Das Gericht ging – sachverständig beraten – davon aus, daß die Operation wie auch die anschließende Nachoperation sach- und fachgerecht unter Aufbietung des gebotenen Facharztstandards durch den beklagten Arzt erfolgt sei, so daß ein Behandlungsfehler bei den durchgeführten Schönheitsoperationen von der Klägerin nicht nachgewiesen werden konnte. Des weiteren hat der insoweit beweisbelastete Arzt auch durch seine umfangreiche Dokumentation zur Überzeugung des Gerichts darlegen können, daß in den mit der Patientin geführten Aufklärungsgesprächen alle maßgeblichen Risiken angesprochen worden waren, deren Kenntnis für die Klägerin bei der Entscheidung für oder gegen einen entsprechenden Eingriff bedeutsam waren.

Während das Erfordernis, den medizinischen Standard bei der Durchführung von Eingriffen erfüllen zu müssen, wohl jedem Arzt einleuchten wird, so verdeutlicht das Urteil aus Osnabrück einmal mehr, daß auch der Bereich einer ordnungsgemäßen Aufklärung sowie deren Dokumentation nicht unterschätzt werden sollte. Kommt es zu einem Haftungsprozeß, so wird in vielen Fällen entweder von vorneherein oder bei der Nichterweislichkeit eines Behandlungsfehlers von Patientenseite der Vorwurf der mangelhaften Aufklärung erhoben werden, wobei für die Ordnungsgemäßheit der Aufklärung der Arzt die Beweislast trägt. Eine solche Darlegung kann bspw. durch eine penibel geführte Dokumentation gelingen.

24.01.2006


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